Das Lückebach - Projekt - ein Schulprojekt in Garbenteich 2001 bis 2008

Die drei Bauabschnitte -
Hier sieht man den Lückenbach. Wir sind mit dem 2. Bauabschnitt fertig. Die dritten Klassen werden in diesem Schuljahr mit dem letzten beginnen.
Schulhinweis-Schild
Im Werkunterricht entstand dieses Hinweisschild. Es ist heute schon in die Jahre gekommen.
Ein Baggerfahrer arbeitet nach unseren Plänen.
Der Baggerführer hat uns geholfen in den Lückebach Kurven rein zu machen. Der Lückebach war früher ganz gerade. Das war nicht gut für die Pflanzen. Wir haben uns überlegt, wie wir den Lebensraum von Pflanzen und Tieren verbessern und vergrößern können. Besim
Wir pflanzen kleine Bäume im Lückebach -
Mit Herr Steh-Nix haben wir Bäume auf der Insel gepflanzt. Die Bäume wurden mit Steinen befestigt. Manche Kinder durften auch Steine in den Lückebach werfen. Nach einer Woche sind wir wieder am Lückebach gewesen, da waren die meisten Bäume schon weg. Schüler haben berichtet, dass Leute die Bäume verbrannt haben. Darüber waren wir nicht sehr erfreut. Kaltrine
Steine für die bessere Belüftung des Baches mit Sauerstoff -
Herr Steh-Nix hat uns etwas über Algen erklärt. Dabei haben wir Braunalgen entdeckt. Er hat uns noch gesagt, was die verschiedenen Arten bedeuten. Es gibt Rot-, Grün- und Braunalgen. Wir haben auch Steine für die bessere Sauerstoffversorgung ins Wasser geworfen. Dominik
Renaturierung fordert Opfer -
Wir waren am Lückebach. Markus wollte den Bach näher ansehen. Daraufhin ist er im Schlamm stecken geblieben. Lukas
Presse-Echo 2001-2008 - eine Auswahl --
Gießener Allgemeine Zeitung und Gießener Anzeiger berichteten immer ausführlich und mit großem Interesse.
Das Modell der Abschnittsplanung wird fertig! 2003/2004
Auch der Naturschutzbund (NABU) findet unsere Arbeit gut. (Frühjahr 2008, Gießener Anzeiger)
Einer der Fotografen aus der Dokumentationsgruppe.
Projektübergabe 2008 an das nächste vierte Schulahr
Juni 2008 - Die vierten Schuljahre übergeben das Projekt an die nächsten Klassen. In Vorträgen erklären sie, was sie gemacht haben und welche Arbeiten noch erledigt werden müssen (siehe auch den Film-Link im Text!)
12. September 2008
Das erste Schuljahr wird an den Lückebach heran geführt! Auf großes Interesse stießen Spinnen und Federn.

Wie alles begann

Für die Städte Pohlheim, Linden und Gießen wurde ein Konzept entwickelt, den Lückenbach naturnah zu gestalten. Damit sollte der Lebensraum Bach wieder zugänglich gemacht werden und vorsorgender Hochwasserschutz betrieben werden.

Die Grundschule in Pohlheim-Garbenteich hat sich nach diesem Bach benannt - (Lückebachschule). Daher entstand die Idee, den Lückenbach auch in das Schulprogramm aufzunehmen.

Dafür trafen sich die Schulleitung Herr Kissel und Frau Hill, Herr Gleim von der Oberen Wasserbehörde und Frau Dr. Steul von der Unteren Naturschutzbehörde, um zusammen mit dem Umweltberater der Stadt, Herrn Stehn-Nix, zu überlegen, was man in einer Grundschule machen kann.

Es sollte kein Projekt werden, bei dem wir Schüler nur den Müll aufsammeln oder ab und zu zum Bach wandern, sondern wir wollten auch bei der Renaturierung mitmachen. Unsere Lehrerinnen (-.doc-Datei) sahen das ähnlich.

Der Oberlauf wurde in drei Abschnitte eingeteilt (siehe: Plan oben rechts). Für jeden Abschnitt wurden drei Jahre eingeplant. Für jeden Abschnitt wurde im ersten Jahr eine Vermessung durchgeführt und Pläne im Maßstab 1:200 gemalt. Damit sich die Schüler das besser vorstellen können wurden auch Modelle gebaut. Im zweiten Jahr wurde in einem Genehmigungsverfahren die Erlaubnis von den Behörden eingeholt. Dazu müssen die Schüler einen Vortrag vor den Behörden halten. Im dritten Jahr haben die Schüler zusammen mit einem Baggerfahrer den Bachlauf ausgegraben.

Das bedeutet, die vierten Klassen übergeben das Projekt immer am Ende des Schuljahres an die dritte Klasse.

Bislang läuft das Projekt sieben Jahre. Wir haben den zweiten Abschnitt fertig gestellt. Das heißt es haben ungefähr 560 Schüler bislang an dem Projekt mitgearbeitet.

Was wir gemacht haben

Bevor wir am Bach arbeiten konnten, mussten wir erst den Lückenbach kennen lernen. Dazu sind wir mit dem Umweltberater der Stadt Pohlheim am Lückenbach spazieren gegangen und haben uns Abschnitte angesehen, wo der Bach noch natürlich war und Abschnitte, wo der Bach ganz gerade war und durch Kleingärten verbaut war. Dann haben wir Bilder gemalt, die zeigen wie unser Bach nach der Umgestaltung aussehen soll.

Als nächstes mussten wir den Bach vermessen. Wir haben gemessen wo Bäume stehen, wo Rohrleitungen ins Wasser kommen, wo kleine Brücken für die Bauern waren. Wir haben auch aufgeschrieben, wie tief und breit der Bach ist. Dann haben wir in der Schule einen Plan im Maßstab 1:200 gezeichnet, weil wir eine Genehmigung für den Umbau des Baches von der Wasserbehörde brauchen. Dazu mussten wir die gemessenen Abschnitte umrechnen, so dass wir es im richtigen Maßstab zeichnen konnten. Um uns den Bach so wie er ist und so wie er werden soll besser vorstellen zu können, haben wir aus Styropor und Gips ein Modell im Maßstab 1:200 gebaut.

Was wir sonst noch gemacht haben

Damit wird den Bach naturnah machen können brauchen wir die Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde und der Oberen Wasserbehörde. Darum hat sich dann das nächste Schuljahr gekümmert. Damit wir alles, was wir gemacht haben, gut erklären können, haben wir in Gruppen kleine Aufsätze geschrieben. Wir haben über Hochwasser geschrieben und über die Tiere und die Pflanzen am Bach. Wir haben erklärt, dass die vielen unterschiedlichen Tiere unterschiedliche Lebensräume brauchen und dass wir die in unserem Abschnitt bauen wollen.

Dann wurden allen Behörden und Firmen und die Bauern eingeladen und wir haben ihnen erklärt was wir machen wollen. Alle fanden unser Projekt gut und haben zugestimmt. Dann haben wir vom Regierungspräsidium die Erlaubnis bekommen. Dann haben wir das Projekt wieder an die nächsten vierten Klassen übergeben.

Die haben nun zusammen mit dem Baggerfahrer den Bach umgebaut. Dazu mussten wir Pflöcke in den Boden hauen, damit er wusste wo er baggern soll. Wir haben auch angesprüht, wo Steine in den neuen Bachlauf sollen und wo Totholz eingebaut werden muss.

Ein Abschnitt dauert drei Jahre, zwei der drei Abschnitte haben wir bereits fertig naturnah umgebaut. Das hat sich auch gelohnt, weil Wasseramsel und der Eisvogel jetzt viel öfter beobachtet werden können. Für den Eisvogel wollen wir daher auch noch Pfähle am Bach eingraben, damit er sich darauf setzen kann. Auch Störche werden seit dem Beginn der Lückenbachrenaturierung schon wieder öfter auf den Wiesen gesehen.

Am Ende jedes Schuljahres machen wir eine Dokumentation, die wir dem Bürgermeister, Herrn Gleim von der Wasserbehörde und Frau Dr. Steul von der Naturschutzbehörde geben.

Im nächsten Schuljahr beginnen die heute noch dritten Klassen mit dem letzten Abschnitt.

 
Zusammenarbeit mit Fachbehörden

Die Stadt unterstützt das Lückebach-Projekt, indem sie der Schule einen Auftrag für die Verbesserung des Lückenbaches erteilt hat. Wir machen das Projekt zusammen mit dem Umweltberater der Stadt Pohlheim. Er kommt einmal in der Woche in die Schule und erklärt uns etwas über die Natur und die Bäche. Wir schauen uns auch den Bach an und suchen Stellen, an denen der Bach naturnah fließt und Stellen an denen er verbaut ist oder ganz gerade läuft.

Außerdem hat die Stadt die Wiesen gekauft, die wir benötigen um den Bach in Schlangenlinien zu verlegen, denn die Stadt möchte, dass unsere Planung auch durchgeführt wird.

Die Stadt Pohlheim hat für uns die Flächen gekauft und den Baggerfahrer bezahlt.

Die Untere Naturschutzbehörde hat uns von Anfang an beraten und bei dem Projekt geholfen. Zum Beispiel sollen wir den Bagger nur in der Zeit arbeiten lassen, in der keine Tiere brüten oder Junge bekommen.

Wir haben den Lebensraum verbessert, dafür hat uns die Untere Naturschutzbehörde Tipps gegeben. Die Untere Naturschutzbehörde hat unsere Pläne geprüft und uns die Genehmigung erteilt.

Als wir das Projekt beginnen wollten hat uns von Anfang an Herr Gleim von der Obere Wasserbehörde unterstützt. Er hat uns erklärt, was für Pläne und Unterlagen wir benötigen und zusammen mit der Naturschutzbehörde die Pläne geprüft. Außerdem hat es für uns Fördermittel des Landes Hessen gegeben.


Wir mussten mit den Bauern zusammenarbeiten, weil wir die Feldwege wieder herstellen und die Drainagen erhalten mussten.

Am Ende des Schuljahres zeigen wir bei einem Fest unseren Eltern was wir gemacht haben.

Warum wir das Projekt machen

Wenn wir an dem Lückebach arbeiten, reden wir auch in der Familie darüber. Unsere Eltern interessieren sich für das Projekt und wir erzählen ihnen was wir am Bach machen. Dadurch erfahren unsere Familien wo der Lückebach ist und wie wir ihn verändern. Unsere Eltern und Geschwister finden diese Arbeit gut. Manchmal gehen wir mit unserer Familie auch zum Bach, weil er ganz in der Nähe unserer Schule fließt. Dann können wir Ihnen auch zeigen was wir bisher gemacht haben.

Manchmal gehen wir auch mit unseren Freunden nach der Schule zum Lückebach und spielen dort. Dadurch können wir auch Schülern das Projekt zeigen, die nicht auf unserer Schule sind. Durch den Umbau des Lückebaches wird der Bach für die Kinder aus Garbenteich wieder interessanter. Wir können ihn wieder als Erlebnis- und Spielbereich benutzen und im Wasser spielen.

Viele Menschen aus unserem Dorf gehen bei unserem Lückebach-Projekt spazieren. Weil wir den Lückenbach abwechslungsreicher gemacht haben, finden die Menschen aus unserm Dorf die Landschaft wieder interessanter. Sie können mehr Tiere und Pflanzen beobachten als vorher. Wir haben für die Bewohner aus unserem Dorf die Landschaft verbessert. Wenn die Leute sehen, wie wir die Umwelt verbessern, wollen sie auch etwas für die Natur tun.

Regelmäßig berichten wir in der Zeitung über unsere Arbeit und stellen die einzelnen Abschnitte vor.

Die Schüler, die vor sieben Jahren mit dem Projekt begonnen haben, erinnern sich immer noch an das Projekt und fragen uns, wie weit wir inzwischen gekommen sind.

Durch unsere Arbeit wird auch der Stadt Pohlheim, in der wir leben, geholfen. Dadurch dass wir die Umwelt verbessern, kann die Stadt die Verbesserung als Ausgleich einsetzen, wenn sie ein Wohngebiet ausweisen will. Unsere Arbeit nützt also direkt der Stadt und den Menschen die in unserer Stadt ein Haus bauen wollen. Wenn Häuser gebaut werden, muss in jedem Fall ein Ausgleich geschaffen werden. Es entsteht also ein Verlust von landwirtschaftlicher Fläche für das Baugebiet und noch einmal für den Ausgleich. Dadurch dass wir unser Projekt nur auf Flächen durchführen, die für die Landwirte nicht so wichtig sind, bleiben die Äcker für die Landwirte erhalten. Die Ränder unseres naturnahen Baches werden weiter durch Kühe beweidet.

Impressum und Beteiligte an diesem Wettbewerb