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Die Renaturierung des Lückebachs durch die Kinder der Lückebachschule in Pohlheim-Garbenteich mit der Stadt Pohlheim


Die Projektübergabe vom vierten ans zukünftige vierte Schuljahr  -  16.Juni 2008


Begrüßung  durch Celin


Liebe Kinder der 3-ten Klassen, liebe Lehrerinnen und Lehrer.
Heute wollen wir zum 8-ten Mal das Projekt der Lückenbach-Renaturierung an eine neue Klasse übergeben. 


Bei den vergangenen Terminen haben wir den Kindern immer viel über Hochwasserentstehung und Hochwasservermeidung erklärt, weil es bei der Lückenbachrenaturierung nicht nur um den Schutz von Pflanzen und Tieren geht , sondern auch um den Hochwasserschutz.

Bei der Präsentation heute wollen wir etwas anderes machen.  
In diesem Schuljahr haben wir an einem Wettbewerb teilgenommen. Die Zeit am Anfang von dem Wettbewerb war jedoch so kurz, dass wir keine Zeit hatten uns und unser Lückenbachprojekt richtig vorzustellen und wir konnten deshalb nicht nach Berlin fahren.

Wir haben aber eine zweite Chance, weil wir bis zum Oktober unseren Wettbewerbsbeitrag überarbeiten können.

Herr Berger hat dazu eine Computergruppe gegründet, die unsere Arbeit im Internet vorstellt. Das wollen wir uns am Ende ansehen.

Vorher wollen wir euch aber noch kurz etwas über Hochwasserschutz erklären.         Celin
 

16. Juni 2008 - Projektübergabe in unserer Pausenhalle
Die Projektübergabe

























Die Frage ist woher kommt überhaupt das Hochwasser. Es hat eigentlich immer gleich viel Regen gegeben.
Ich versuche das an einer Skizze zu zeigen. 

Zunächst zeichne ich eine Flussaue.
Diese teile ich dann in 10 Abschnitte ein, um das Problem besser zeigen zu können. Wasser fließt immer im Bach.  (Bach mit 10-er Einteilung)

Wenn es dann mal Hochwasser gab, konnte sich das Wasser auf alle Bereiche ausdehnen. Das war nicht so schlimm. Überall stand ein bisschen Wasser.
(10 Striche für das Wasser)
(Zweiter Bach mit 10-er Einteilung)

Dann kamen Siedler und haben Häuser gebaut. (Erst die Häuser)
Damit ihnen das Wasser nicht in die Häuser floss, haben sie einen Damm gebaut. (Dann den Damm)


Nun kam wieder Hochwasser und das Wasser konnte sich nur noch auf einer Seite ausdehnen. Hier stand das Wasser nun doppelt so hoch. Das war nicht gut, war  aber noch kein Problem. (Auf der Seite ohne Damm zwei Striche je Einteilung)

(Dritter Bach mit 10-er Einteilung, mit dem Deich und dem Haus auf der einen Seite)

Nun kamen weitere Siedler und haben sich gesagt, was die können, können wir auch. Also bauen sie auch eine Sieldung und einen Deich. (Deich und Haus auf der anderen Seite)

Wenn nun Hochwasser kommt, kann der Deich das Wasser nicht mehr halten und es läuft über. Dann fließt das Wasser in die Häuser. (Wasser über dem Bach mit 10 Strichen und Pfeilen zu den Häusern)
Es kommt also nicht mehr Wasser in die Flüsse als früher, sondern das Wasser hat immer weniger Platz um sich bei starkem Regen auszubreiten.
 
Text Grafik 2.2
 

Es stellt sich nun die Frage was wir dagegen tun können.

 
Es geht ja nicht, dass wir Städte wie Köln einfach abreißen, damit der Rhein sich wieder ausbreiten kann, oder vielleicht Gießen, dann kann die Lahn wieder breiter fließen.
 
Wir können nur etwas tun, indem wir versuchen die Wassermenge, die bei einem starken Regen in den Fluss kommt, kleiner zu machen.
Das können wir, indem wir die Bäche naturnah machen.
 
Ich zeige dass mal an einem Beispiel.
 
Wenn ein Fluss 7 Nebenflüsse hat und in jedem Nebenfluss eine Wassermenge in den Fluss kommt, dann fließen am Ende 7 Wassermengen in die Nordsee.
 
Wenn wir aber die Nebenflüsse naturnah machen und in Schlangenlinien legen, kann der Bachlauf zum Beispiel doppelt so lang werden. Wenn die Nebenflüsse doppelt so lang sind, fließt nur noch die halbe Wassermenge in der selben Zeit wie vorher in den Fluss.
 
Wenn nun nur noch die halbe Wassermenge aus jedem Nebenfluss in den Fluss fließt, kommt in der selben Zeit nur noch 3,5 Wassermengen in der Nordsee an und die Gefahr von Hochwasser ist geringer. Markus



Text zu Grafik 3.1
 
Viele haben sich gewundert, warum wir ein so unnatürlich aussehendes Bachbett haben ausbaggern lassen.
 
Die Form des Bachbettes nennt man Kastenprofil und sieht ungefähr im Querschnitt so aus, wie ich das zeichne. (1)
 
Uns ist vollkommen klar, dass so kein normaler Bach aussieht. Aber wenn wir den Baggerfahrer bitten einen Bach zu baggen wie er normalerweise aussieht, ist das eben nur ein Bach von dem wir denken, dass ein Bach so auszusehen hat. Das muss aber nicht stimmen.
 
Wir wollen dem Bach also die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden wie er sich entwickeln wird.
 
Das funktioniert so:
 
Zunächst greift der Bach an der Seite das Ufer an und spült die Erde weg.
Dort wo das Wasser langsamer fließt wird es angespült und angelagert. (2 + 3)
Bei starkem Regen, wenn viel Wasser durch den Lückenbach fließt, kann das auch ganz schnell gehen.
 Unterspülung des Ufers
Nun ist das Ufer unterspült und irgendwann bricht das Ufer ab. (4)
 
Am Ufer entstehen Vertiefungen, das Ufer wird abgeschrägt und es entstehen Inseln, die wenn sie durch Gras oder Bäume besiedelt werden, den Bachlauf unterteilen. (5)
 
Dadurch entstehen viele unterschiedliche Lebensräume im und am Bach.
Kaltrine










Text zu Grafik 4.1
 
Wir haben euch nun gezeigt, wie Hochwasser entstehen kann und wie sich ein Bachbett entwickelt.
 
Wasser kann aber auch außerhalb von Bächen und Flüsse ein Problem werden.
Wir wollen zeigen, dass auch durch eine falsche Benutzung des Bodens Wasser zu einem Problem werden kann.
 
Wenn zum Beispiel in der Nähe eines Baches Äcker bewirtschaft werden, wird der ganze Boden bei Hochwasser weggespült und die Ernte ist verloren. Daher könnt ihr in der Lahnaue fast nur Wiesen und kaum Äcker finden.
 
Aber nicht nur in der Nähe der Flüsse ist es wichtig darauf zu achten, das der Boden vor starkem Regen geschützt wird, sondern auch weit weg von den Bächen und Flüssen.
 
Dazu möchte ich euch eine Skizze malen.
 
Hier unten ist unser Bach und an den Seiten steigen die Hänge auf.
Wenn hier Äcker angelegt werden ist der Boden ungeschützt.
Schaut euch mal eine Wiese von oben an. Da könnt ihr eigentlich keinen Boden sehen, wenn ihr nicht gerade auf einen Maulwurfshügel schaut.
Das Gras schützt mit seinen Blättern und Wurzeln den Boden.
Wenn aber nun Mais angebaut wird, ist ganz viel Boden zu sehen. Das Wasser kann den Boden wegschwämmen.
 
Das ist Ende Mai in Holzheim passiert. Der Boden wurde weggespült und ist in einen Keller eingedrungen. Dabei hatte die Schlammlawine eine solche Kraft, dass eine Stahltür aufgedrückt worden ist und er Schlamm auf der anderen Seite des Hauses herauskam und über die Straße weiterfloss. Herr Berger wird euch dazu nun die Zeitungsartikel zeigen.
Stephan



Schluss

Liebe Kinder, nun habt ihr von Markus gehört, wie Hochwasser entsteht und was man dagegen machen kann. Kaltrine hat euch gezeigt, wie sich ein Bachbett entwickeln kann. Am Ende hat euch Stephan Ilik noch gezeigt, dass Wasser auch in einiger Entfernung zu einem Bach gefährlich sein kann.

Mein Name ist Celin.
Das Lückenbach-Projekt der Lückenbachschule Garbenteich hat zu einer Veränderung bei den Bewohnern von Garbenteich geführt. Inzwischen ist der Bach den Menschen in unserem Ort wieder wichtiger geworden. Die Bauarbeiten zum Naherholungsgebiet Tiergarten, neben dem alten REWE, haben begonnen. Hier entsteht für Kinder eine Mountainbike-Bahn und ein Seniorenspielplatz.

Ein wichtiges Element des Naherholungsgebietes wird der umgestaltete Lückebach werden. Der Bach wird naturnah umgebaut und es entsteht ein kleiner Teich mit Seerosen. Dort werden Bänke aufgestellt, so dass man sich den Lückenbach in Zukunft auch wieder mitten im Ort ansehen kann.

 
Wir freuen uns, dass ihr das Projekt weiterführt und wünschen euch alles Gute für euren Planabschnitt.


Lückebach-Schule Garbenteich, Klassen 4a und 4b, Ringstraße 23,
35415 Pohlheim-Garbenteich,
2007/2008